Flattr – ein moderner Selbstförderfonds

June 4th, 2010

Category: tools, weltverbesserung, work

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Mit dem Selbstförderfonds im 100.000 EURO JOB haben wir was ganz ähnliches probiert: User verteilen Anerkennung für Projekte anderer User in Form von Geldbeträgen. Bei flattr gibt es das jetzt fürs ganze Web – und mit dem entscheidenen Unterschied, dass das zu verteilende Budget von den Usern selber kommt. Im Moment noch nur nach Einladung – wenn noch jemand einen Invite-Code braucht bitte einfach kurz melden.

Sinnvoller fände ich allerdings eine Lösung, bei der die (teure) Infrastruktur nicht nur einem Anbieter gehört, sondern in einer Art “Genossenschaft 2.0” von den Nutzern getragen wird.

Als Übergangslösung finde ich flattr ok und ich probier das jetzt trotzdem auch aus, zum einen um selber interessante Sachen flattrn zu können, zum anderen, um mal zu sehen, ob ich auch selbst geflattrt werde.

P.S.: Ich hab hier aus Datensparsamkeitsgründen nicht das flattr Javascript, sondern den statischen flattr-Button eingebaut. Da muss man dann leider nach dem Klick auf den Button wohl noch ein zweites mal klicken, direkt auf den flattr Button auf der sich nach dem ersten Klick öffnenden flattr Seite.

update: Bei Netzpolitik gibt es seit eben eine gute Antwort von Peter Sunde, einem der Köpfe hinter flattr, auf die Frage der (De-)Zentralität des Dienstes:

netzpolitik.org: Es gibt mittlerweile auch OpenFlattr, ein freies Projekt, um eine offene Flattr-Alternative zu schaffen. Was hälst Du davon?

ich liebe es, dass Menschen das tun. Wir haben bisher noch keine gute Möglichkeit gefunden, das System so zu designen, dass es dezentral läuft und keine zentrale Anlaufstelle benötigt. Wenn jemand das Problem löst, sind wir sofort dabei.

4 comments

  • Anne Grabs says:

    Lieber Sebastian,

    wie man sieht, ist jedem daran gelegen, ein sinnvolles Micropayment System für Crowdfunding zu entwickeln. Mich stört am Lästern an flattr eben, dass die Kritik vielleicht berechtigt ist, aber allzu oft in eine generelle Glaubensfanatie abdriftet. (“Hände weg von Flattr”) und davon ist noch kein Dienst besser geworden, da kann man noch so viel jammern, lästern oder sudern. Du nutzt es ja selbst auch als Übergangslösung. Genossenschaft 2.0 halte ich indes auch für sinnvoller, da ich hier Idee einer gemeinschaftlichen Partizipation eher verwirklicht sehe. Allerdings ist das Wort “Genossenschaft” glaube ich, nicht besonders positiv konnotiert, oder?

    Liebe Grüße

    Anne

  • Hallo Seba,

    vielen Dank für die Genossenschaftsanregung. Ist halt immer die Frage, wie sich Verbreitung, Skalierung, Freiwilligenarbeit und professionelle Umsetzung miteinander verbinden lassen… warum es nicht ein Startup wie Flattr oder Kachingle machen lassen, wenn sie ihre Geschäftsgebahren transparent offenlegen? Einer Genossenschaft muss man ebenso Vertrauen gegenüber aufbringen, ich erkenne den absoluten Mehrwert nicht.

    Wichtig finde ich, dass so wie Du beschrieben hast, dem Nutzer die Möglichkeit gegeben wird die Reichweite bzw. die Abschaltung des Trackings zu bestimmen. Meines Erachtens sind die Teams von Flattr und Kachingle beide sehr offen für Anregungen und Nutzerdiskussionen – warum nicht die Energie nutzen mit diesen ins Gespräch zu kommen anstatt ein eigenes System aufzubauen, dass noch mehr einer möglichen Selbstreferenzialität unterliegen könnte?

    Beste Grüße,
    Jörg

  • sebastian says:

    Hi Jörg,

    bei einer Micropayment-Genossenschaft (o.ä.) wären alle Nutzer gleichberechtigte Eigentümer des Zahlungssystems und könnten u.a. über die “Gewinnverteilung” etc mitbestimmen, statt sich in die Hände eines zentralen Anbieters zu begeben. Was nicht gegen flattr spricht, ganz im Gegenteil – wenn das flattr -Team gerade tatsächlich eine funktionierende Plattform auf die Beine stellt (und es ist ja immer noch im frühen closed beta stadium), dann wäre der nächste Schritt ja, die gemeinschaftliche Ausrichtung davon zu diskutieren – das kann dann mit oder zusätzlich zu flattr sein.

    Grüße Sebastian

  • […] erklären. Das haben viele andere getan – hier ein Beispiel. Und es gibt auch zahlreiche kluge Äußerungen zur Sinn- und Unsinnhaftigkeit des Ganzen und wie man es weiterentwickeln könnte. Ich wollte jedenfalls nur kurz Bescheid sagen, dass das hier jetzt auch geht. Danke für die […]